Käfersuche in ganz Europa

Autor Rüdiger Etzold
Veröffentlichungsdatum 1975
Veröffentlicht in Gute Fahrt
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Dreißig Jahre nach der ersten Bauserie in Wolfsburg sucht die GUTE FAHRT den ältesten fahrbereiten Käfer.

Die Jagd nach dem ältesten Käfer läuft. Wo immer GUTE FAHRT-Leser einen „Brillen“-Käfer erspähen, wird das Kennzeichen notiert, der KäferEigentümer in ein Gespräch verwickelt, die Fahrgestellnummer ausgekundschaftet.

Die Mühe ist nicht umsonst, denn die ersten 300 Einsender, die der GUTEN FAHRT handfeste Hinweise zur Auffindung eines UraltKäfers liefern, erhalten einen Shell-Atlas oder einen Varta-Hotelführer.

Angemeldet werden sollen nur Käfer aus den Baujahren von 1945-1953, da nur diese das geteilte Heckfenster haben und in die engere Wahl kommen: Die GUTE FAHRT ist bereit, den ältesten Käfer, der dem Original am nächsten kommt, gegen das neueste Käfer-Cabrio zu tauschen. Schon wird allerorten diskutiert, wie hoch der Wert eines Uralt-Käfers anzusetzen ist. Verläßliche Zahlen darüber gibt es noch nicht, da die meisten Uralt-Käfer für wenig Geld den Besitzer wechselten. Erst durch das Restaurieren erhalten sie einen ideellen Wert, den Käfer-Liebhaber hoch ansetzen.

Es gibt aber noch eine große Anzahl von Käfer-Besitzern, die ihr Langzeitauto schon 20 Jahre und länger fahren und gar nicht wissen, daß sie inzwischen eine Rarität besitzen, die im Wert nur noch steigen Jjann. Wie zum Beispiel den Käfer „August“, auf dessen Spur uns drei Mädchen aus Heidelberg hetzten:

1975-8_Ke4fersuche in ganz Europa-1„Wir haben eine ganz tolle Tante, die hat einen ganz tollen alten VW Käfer. Der heißt August und ist schon 26 Jahre alt. Den müssen Sie sich unbedinqt ansehen! Er fährt und fährt… zumindest zweimal täglich von Erligheim nach Ludwigsburg und wieder zurück. Die Tante ist Apothekerin und verdient genug, um sich einen neuen Wagen zu kaufen. Aber damit wäre sie nur eine von vielen, in ihrem .August‘ ist sie die Einzige.“ Selbstverständlich werden wir auch den Käfer aus Erligheim bei unserer Suchaktion berücksichtigen. Noch ist allerdings das Rennen völlig offen, denn bis zum 30. September werden Hinweise auf Uralt-Käfer entgegengenommen. Anschließend wird die GUTE FAHRT jene Käfer-Besitzer anschreiben, deren Käfer für die Tauschaktion in Frage kommt. Die Besitzer müssen sich dann entscheiden, ob sie ihren Uralt-Käfer gegen ein neues KäferCabrio eintauschen wollen. Aus den Zusagen wird eine Jury den ältesten Käfer ermitteln, der dem Serienzustand am nächsten kommt.

H.-R. E.