Cover Seat Arosa, VW Lupo

Etzold

Seat Arosa 1997 - 2004 (50-125 PS)
VW Lupo 1998 - 2005 (50-125 PS)

So wird´s gemacht - Band 118

ISBN: 978-3-7688-1182-8

Reparaturanleitung für Seat Arosa, VW Lupo

--> Mit jedem Modellwechsel wachsen VW Polo und VW Golf um einige Zentimeter, der Polo V ist fast so groß wie der Golf II von 1983. Mithin ließ sich unterhalb vom Polo ein zusätzliches Modell etablieren, und zwar den kleinen VW Lupo, dessen Gene auf den Seat Arosa zurückführen sind. Mit einer Länge von knapp über dreieinhalb Metern ist der Lupo cirka 20 Zentimeter kürzer als der kompakte Polo. Ausschließlich als Dreitürer gebaut, bietet er vier Sitzplätze und wenig Kofferraum, der sich allerdings durch Umlegen der Rückbank vergrößern lässt. Angeboten wurde der Lupo 1998 mit drei Motoren, zwei Benziner mit 50 und 70 PS sowie einem 1,7 Liter Saugdiesel und 60 PS. Im Juli 1999 wurde das Motorenprogramm ergänzt mit einem kräftigen 1.4 Liter 16 Ventiler und 100 PS. Mitte des gleichen Jahres kam ein besonders interessantes Modell auf den Markt, der 3-Liter-Lupo. Ein so sparsames und vollwertiges Auto mit vier Sitzplätzen gab es bislang noch nicht. Um den Durst kräftig zu reduzieren, waren einige Modifikationen am Lupo erforderlich, der Serien-Lupo musste abspecken: Die Heckklappe des 3-Liter-Lupo wurde deshalb in einem aufwändigen Aluminium-Magnesium-Compound ausgeführt, Motorhaube und Türen sind aus Aluminium. Schließlich mussten noch dünneres Glas und ein Pannenset statt eines Reserverades ihren Beitrag zur Abmagerungskur leisten. Alle gewichtsoptimierten Maßnahmen führten gegenüber den konventionellen Geschwistern zu einer beeindruckenden Gewichtsersparnis von rund 150 Kilogramm. Für den Antrieb wurde ein sparsamer 45-PS-Dreizylinder-Turbodiesel mit einer speziellen Getriebesteuerung verknüpft, die neben einer Start/Stopp-Funktion auch das freie Rollen ermöglichte, wenn man kein Gas gab. Die speziell abgestufte Halbautomatik ließ sich sowohl manuell als auch in automatisiertem Modus betreiben. Man hätte meinen können, dass dieser 3,0-Liter-Lupo beim Publikum auf breites Interesse stoßen würde. Dem war nicht so, denn Kaufwilligen war der Öko-Lupo schlicht und einfach zu teuer. Immerhin bleibt dem VW Lupo 3L TDI die Ehre, dass das Umweltinstitut Öko-Trend ihm vier Mal in Folge den grünen Titel verlieh. Der Lupo, lobte das Institut, sei mit seinem Kraftstoffverbrauch von nur drei Litern als Serienfahrzeug nahezu konkurrenzlos. Eine völlig andere Klientel wurde mit dem Lupo GTI angesprochen. Das 1,6-Liter-Benzin-Triebwerk des kleinen GTI ermöglichte mit seinen 125 PS eine Höchstgeschwindigkeit von fast 210 km/h. Für ein besseres Handling wurde der GTI tiefer gelegt außerdem kamen 205er Reifen in Kombination mit 15-Zoll-Leichtmetallfelgen zum Einsatz. Ausgestellte Kotflügel und ein mittig verlaufender Doppelrohr-Auspuff markierten die Heckansicht. Sitze mit perfekter Seitenführung und roten Nähten, rote Sicherheitsgurte, alubelegte Pedale und ein schwarzer Dachhimmel waren das Kennzeichen von Wolfsburg kleinstem Renner. So richtig in Fahrt kam die kleine Lupo-Familie allerdings nicht, und so ist es auch nicht verwunderlich, dass nach 487.856 Exemplaren im Jahr 2005 die Produktion des damals kleinsten Wolfsburger Modells aus Brüssel für immer eingestellt wurde.
Seat Arosa, VW Lupo
VW Lupo Modellzyklus 1998– 2005
Happy Face nannte VW das Knopfaugengesicht des Lupo. Nicht alle Lupo-Besitzer hatten ein Happy Face, wenn sie die Schwachstellen dieses Modells aufzählten: Probleme mit der Beleuchtung, ausgefallene elektrische Fensterheber, defekte Bremskraftregler, Elektronik- und Turbolader-Ausfälle beim 3,0 Liter Lupo. Besonders ärgerlich: Das Einfrieren der 1,0 und 1,4-Liter Alumotoren. Bei Minus-Außentemperaturen fror das Kondenswasser in der Ölwanne und verstopfte die Ansaugöffnung, so dass der Motor-Ölkreislauf zusammenbrach. Der Einbau einer Zusatzheizung (2000) löste das Problem. Im Sommer 2005 wurde nach 487.856 gefertigten VW Lupo, die Produktion des kleinsten Wolfsburger Modells eingestellt. Den möglichen Kauf-Interessenten war er in der Regel zu teuer und für die Wolfsburger-Marketingstrategen erfüllte er nicht die Umsatz-Erwartungen.

Was man alles am Auto selbst reparieren kann beschreibt das Reparatur-Handbuch »So wird´s gemacht«. Hier eine kleine Auswahl:

  • Motorhaubenschloss aus- und einbauen/einstellen.
  • Kotflügel ausbauen
  • Stromlaufpläne
  • Außenspiegel wechseln
  • Fensterhebermotor erneuern
  • Vorschalldämpfer/Nachschalldämpfer ersetzen
  • Kraftstofffilter Dieselmotor
  • Diesel-Vorglühanlage
  • Bremsschlauch aus- und einbauen
  • Bremsscheibendicke prüfen
  • Spurstangenkopf ausbauen
  • Gelenkwelle demontieren
  • Kombiinstrument ausbauen
  • Scheibenwaschanlage
  • Anlasser ausbauen
  • Zündkerzen erneuern
  • Motoröl wechseln/Ölfilter ersetzen
  • Longlife-Service
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