Cover Mercedes A-Klasse

Etzold

Mercedes A-Klasse 1997 - 2004 (60-125 PS)

So wird´s gemacht - Band 124

ISBN: 978-3-7688-1291-7

Reparaturanleitung für Mercedes A-Klasse

--> Der Zeitaufwand für die Entwicklung eines neuen Fahrzeugmodells ist vor allem davon abhängig, wie viel Baugruppen man von einem anderen Modell übernehmen kann. Als die Daimler-Entwickler in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts sich Gedanken über ein Kompaktmodell machten mussten sie feststellen, dass sie von der C- oder E-Klasse nichts Brauchbares für die spätere A-Klasse übernehmen konnten. Einerseits nachteilig, denn dadurch wurden die Kosten für Entwicklung und Fertigung in die Höhe getrieben, andererseits konnte man sozusagen bei „0“ anfangen und musste keinerlei Rücksicht bei der Konzeption und Umsetzung auf Vorhandenes nehmen. Die Entwicklung eines Mercedes-Kompaktwagens war in der Anfangsphase nicht auf Marketingüberlegungen zurückzuführen, sondern auf die Amerikaner, denn durch „Clean Air Act und Zero Emission“ sollten die Automobilhersteller zur schrittweisen Einführung emissionsfreier Automobile gezwungen werden. Und 0-Emission schafft man am einfachsten mit einem Elektro-Auto. Das elektrische Dauer-Problem: die Batterie. Und da die damaligen Blei-Batterien bei weitem nicht so effektiv wie die jetzigen Lithium-Ionen-Batterien waren brauchte man viel Platz, der bei der A-Klasse durch den doppelten Boden (Sandwich) geschaffen wurde. Die Gesetzlage änderte sich in Amerika, Mercedes hatte inzwischen ein fertiges 0-Emission-Modell, welches die Amerikaner nicht mehr wollten, und so entschied man sich, den ersten Frontantriebs-Mercedes in Deutschland (Rastatt) zu fertigen, und zwar mit Otto- und Dieselmotoren. Durch die Motoranordnung und die spezielle Konstruktion des Vorderwagens kann der Motor bei einem Frontalcrash unter die Fahrgastzelle abgleiten und so die Unfallfolgen für die Insassen reduzieren. Das Problem: In vielen Fällen muss bei Reparaturen (Anlasser, Wasserpumpe) der komplette Motor abgesenkt werden. Das erhöht die Reparaturkosten. Weltweit bekannt wurde die A-Klasse (Baureihe 168) kurz nach der Vorstellung durch den sogenannten Elchtest, der in Schweden üblich war. Bei einem derartigen Slalom-Test kippte das Fahrzeug um und Mercedes war gezwungen, die Baureihe serienmäßig mit dem Elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) aufzurüsten. Trotz des Imageschadens konnten weltweit über 1,1 Millionen Fahrzeuge von der Baureihe 168 abgesetzt werden.
Mercedes A-Klasse
Mercedes A-Klasse, Modellzyklus 1997 bis 2004
In den ersten Baujahren hatte die A-Klasse nicht unbedingt Mercedes-Niveau: Rost an den Türen und im Karosserie-Unterbau, knarrende und billig anmutende Schalttafel. Zudem klapperten die Koppelstangen vernehmlich und bei den Benzinmotoren riss schon mal die Kette, welche die Nockenwelle antreibt. In den entsprechenden A-Klasse-Foren wird auch oft von gebrochenen Federn und verschlissenen Stabilisator-Buchsen berichtet. Und dem Dekra ist unter anderem aufgefallen, dass bei mäßiger Fahrzeug-Nutzung eine „erhöhte Korrosion der Bremsscheiben“ auftritt. Der Fahrer merkt das spätestens dann, wenn beim Tritt auf das Bremspedal die Bremse „rubbelt“.

Was man alles am Auto selbst reparieren kann beschreibt das Reparatur-Handbuch »So wird´s gemacht«. Hier eine kleine Auswahl:

  • Kupplungsbetätigung entlüften
  • Radio/Lautsprecher ausbauen
  • Wischerarm wechseln
  • Koppelstangen erneuern
  • Zylinderkopf
  • Spiegelglas wechseln
  • Heckklappe aus- und einbauen/einstellen
  • Motorraumabdeckung unten ausbauen
  • Vorschalldämpfer/Nachschalldämpfer ersetzen
  • Kraftstoffbehälter/Kraftstoffpumpe/Kraftstofffilter
  • Diesel-Einspritzverfahren
  • Keilrippenriemen aus- und einbauen
  • Bremsscheibe wechseln
  • Reifenkontrolle
  • Klimaanlage
  • Wartung
  • Lampentabelle
Mercedes A-Klasse