Der Sonne entgegen

Autor Rüdiger Etzold
Veröffentlichungsdatum 1988
Veröffentlicht in Süddeutsche Zeitung
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GM Sunraycer – das schnellste Solarauto der Welt

Der Kadett mit Solarantrieb bleibt Zukunftsmusik

Kraftstoffverbrauch gleich Null, das ist der Wunschtraum eines jeden Autofahrers. Für wenige ist der Traum schon in Erfüllung gegangen, denn mit Sonnenenergie und hauchdünnen Gallium-Arse-nid-Plättchen läßt sich Solarstrom erzeugen, der für einen Elektromotor zum Antrieb eines Fahrzeuges genutzt werden kann.

Das Sonnenauto Sunraycer, nur 165 Kilo schwer, gewann mit einem Vor Sprung von 900 Kilometern ein Rennen für Solarmobile im sonnigen Australien, den sogenannten Solar-Challenge-Cup. Gebaut wurde der Sunraycer von GM, der amerikanischen Muttergesellschaft von Opel in Rüsselsheim.

AUF ERFOLGSKURS: Der GM-Sunraycer; der kürzlich das internationale Rennen für Solarmobile gewann, stellte mit 78,43 km/h in Arizona einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord für ausschließlich solarbetriebene Fahrzeuge auf Batterie- und solarbetrieben erreichte der Sunraycer ein Spitzentempo von 121,119 km/h.    Photo: Opel

AUF ERFOLGSKURS: Der GM-Sunraycer; der kürzlich das internationale Rennen für Solarmobile gewann, stellte mit 78,43 km/h in Arizona einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord für ausschließlich solarbetriebene Fahrzeuge auf Batterie- und solarbetrieben erreichte der Sunraycer ein Spitzentempo von 121,119 km/h. Photo: Opel

Trotz dieses Technologievorsprungs ist in absehbarer Zukunft leider nicht damit zu rechnen, daß sich beispielsweise ein Kadett nur durch Sonnenenergie fortbewegt. Für den Serieneinsatz interessant ist da schon eher der für den Sunraycer entwickelte Magnequench-Elektromotor. Er ist klein, leicht und leistungsstark. Und deshalb interessant für den Antrieb von Aggregaten im Auto wie der Sitzverstellung oder für die Fensterheber.

Herbert Oberhaus, Direktor der Produktentwicklung bei Opel: „Für den Elektromotor des Sunraycer wurden neuartige Magnete verwendet, wie beispielsweise die Verkleinerung eines normalen Kfz-Anlassers auf ein Drittel seiner Größe, bei gleicher Leistung, zulassen. Durch das geringere Gewicht kann indirekt auch Treibstoff gespart werden.“

Auch für die jetzt entwickelten Hochleistungs-Solarzellen des Sunraycers kann man sich für die nahe Zukunft einen sinnvollen Einsatz vorstellen: Auf dem Autodach angebracht, könnten sie an heißen Tagen ausreichenden Strom liefern, um das in der Sonne geparkte Auto innen kühl zu halten.

HANS-RÜDIGER ETZOLD