Die Gute Fahrt baut ihren ersten Floh

Autor Rüdiger Etzold
Veröffentlichungsdatum 1969
Veröffentlicht in Gute Fahrt
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Wir bauen ein Springinsfeld-Auto, einen Buggy oder auch ganz einfach einen Floh. Ein Spaß-Auto, das so schick sein wird, daß es jedem anderen die Schau stehlen wird.

Die Buggies, die aus Amerika kommen, sind auf die deutschen Verhältnisse nicht zugeschnitten. Sie dürfen bei uns nur auf abgestecktem oder privatem Gelände fahren, da keine TUV – Geschäftsstelle sie abnimmt. Und die derzeit in Deutschland produzierten Buggies gefallen uns nicht.

Deshalb beschlossen wir kurzerhand, selbst einen Floh zu entwickeln. Der auf Anhieb schick und spaßig aussieht, der das Flair eines Spaß-Autos durch seine Form ausdrückt. Und damit nicht nur wir die Freude eines Flohhüpfers haben, ist unser Floh so konstruiert, daß ein jeder ihn nachbauen kann. Deshalb greifen wir bei unserem Floh – dort wo es geht – auf Original VW-Teile zurück. Das macht den Floh billig und die Reparaturen auch.

Grundstock eines Flohs ist der komplette VW-Käfer-Rahmen. Auch Motor und Achsen werden vom Käfer übernommen. Der Aufbau ist aus glasfaserverstärktem Polyester, die Scheinwerfer stammen von einem Lastkraftwagen, die Windschutzscheibe ist eine Sonderanfertigung.

Die Geburtsstunde unseres Flohs schlug vor wenigen Wochen, als wir darangingen, einen Rahmen flohgerecht herzurichten. Zu diesem Zweck nahmen wir einen Käfer-Rahmen, verkürzten diesen um 273 mm und schweißten ihn wieder zusammen. Jetzt gilt es, dieses neue Kurz-Fahrgestell zu komplettieren. Geschickte Leute bedienen sich dazu der preiswerten Teile eines Unfallwagens.

Diesen Buggy-Entwurf schickte uns unser Leser Müller-Mahn.

Diesen Buggy-Entwurf schickte uns unser Leser Müller-Mahn.

Hier haben Sie den zersägten Rahmen, nachdem wir ihn um 27 cm gekürzt und wieder zusammengeschweißt haben. Vor dem Zersägen des Rahmens haben wir die Führungsrohre für die Handbremsseile und den Gaszug vom Rahmen gelöst und um 27 cm gestutzt. Jetzt müssen noch Handbremsseile, Kupplungs- und Gaszug verkürzt werden.

Hier haben Sie den zersägten Rahmen, nachdem wir ihn um 27 cm gekürzt und wieder zusammengeschweißt haben. Vor dem Zersägen des Rahmens haben wir die Führungsrohre für die Handbremsseile und den Gaszug vom Rahmen gelöst und um 27 cm gestutzt. Jetzt müssen noch Handbremsseile, Kupplungs- und Gaszug verkürzt werden.

Durch die Verkürzung hat unser Floh einen Radstand von 2,13 m (VW-Käfer 2,40 m), bei einer Gesamtlänge von etwa 3,50 m. Als Antriebsmaschine werden wir einen umgebauten 1300 Motor (nach Muster unseres GF) verwenden. Auf die Vorderachse wollen wir Porschefelgen mit Gürtelreifen der Größe 165x 15 nehmen. Auf die Hinterachse kommen Spezialfelgen mit einer Breite von nicht weniger als 6V2 Zoll. Und darauf Reifen vom Mercedes 600. Natürlich lassen sich auf der Hinterachse auch die normalen Käfer-Reifen und -Felgen montieren.

Zur Zeit ist die technische Entwicklung der guten fahrt dabei, der Form den letzten Schliff zu geben. Doch hoffen wir, im nächsten Heft einen aufgebauten Floh vorstellen zu können. Bis dahin werden wir auch den Schnittbogen zum Zerschneiden des Rahmens und all die anderen tausend Dinge zusammengestellt haben, die notwendig sind, will man selbst oder die Werkstatt einen Floh zum Hüpfen bringen.

Schon jetzt läßt sich absehen, daß wir einer Floh-Ära entgegengehen. Die gute fahrt wird allen Floh-Bauern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Auch steht diesen natürlich unser Technischer Briefkasten zur Verfügung. Und wenn eines Tages genügend Flöhe auf der Straße sind, wird es sicherlich neben einem Floh-Zirkus auch eine Formel Floh geben. et.