Gegen den Durst

Autor Rüdiger Etzold
Veröffentlichungsdatum 1969
Veröffentlicht in Gute Fahrt
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Unser 1600 TL hat einen ganz normalen Lebensrhythmus. Morgens fährt er drei Kilometer ins Büro, tagsüber wird er im Stadtverkehr eingesetzt. Abends fährt er dann seine drei Kilometer zurück zu seiner Laternengarage. Hin und wieder setzen wir ihn auch auf größeren Strecken ein. Hat er sich dann richtig warmgefahren, so hat er bei einer von uns ermittelten Durchschnittsgeschwindigkeit von 76 km/h einen Benzinverbrauch auf der Landstraße von

8,15 l/100 km.

Wurde der TL nur morgens und abends je drei Kilometer von der Laternengarage zum Büro und zurück gefahren, dann soff er auf dem ersten Kilometer 300 ccm Benzin, das sind 30 l/100 km. Rechneten wir anhand der täglich gefahrenen sechs Kilometer den Spritverbrauch um, so kamen wir im Stadtverkehr auf einen Verbrauch von

17,7 l/100 km.

Das war uns zuviel! Da wir unsere Wagen laufend warten, die Zündung und auch der Benzinstand im Vergaser den Angaben des VW-Werkes entspricht, ließ sich zur Verminderung des Benzinverbrauchs an diesen Stellen nichts verändern. Wir setzten deshalb den Schraubenzieher an der Startautomatik an.

Tritt der Fahrer vor dem Starten aufs Gaspedal, schließt die Luftklappe sich. Durch das Einschalten der Zündung wird Strom in die Startautomatik geschickt, die sich dadurch langsam erwärmt und die Luftklappe öffnet. Je länger dieser Vorgang des Öffnens dauert, desto mehr Kraftstoff wird angesaugt und verbraucht. Nun läßt sich aber je nach Fahrbedingung die Öffnungszeit der Luftklappe und dadurch der Benzinverbrauch verändern. Man muß nur den Keramikdeckel an der Startautomatik verstellen. Benötigt wird dazu ein Schraubenzieher, 10 Minuten Zeit und die nebenstehende Anleitung der guten fahrt. -et.

Durch das Verstellen der Startautomatik verminderten wir den Benzinverbrauch im verbrauchsintensiven, winterlichen Kurzstreckenstadtverkehr von 17,7 auf 14,7 1/100 km. Dadurch sparen wir auf 100 km 3 Liter Benzin.