Urlaubsvorbereitungen für das Auto

Autor Rüdiger Etzold
Veröffentlichungsdatum 1981
Veröffentlicht in Zeitungsartikel
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Was vor der Abreise berücksichtigt werden muß

Jedes Jahr fahren Millionen Bundesbürger mit dem Auto in den Urlaub. Viele davon müssen unterwegs eine Zwangspause einlegen, wenn das Auto mit einer Panne liegen bleibt und erst mit fremder Hilfe wieder flottgemacht werden kann. Oft sind es nur die kleinen Schäden, die zum Anhalten zwingen. An erster Stelle: defekte Keilriemen, verschmutzte und abgenutzte Unterbrecherkontakte oder abgefallene Kabelstecker.

Stoßdämpfer: Sind die Stoßdämpfer außen ölfeucht oder wippt das Fahrzeug nach dem Herunterdrücken stark nach, müssen die Stoßdämpfer in der Werkstatt ausgebaut und überprüft werden.

Bremsen: Der Bremsflüssigkeitsstand im Behälter für Bremsflüssigkeit soll zwischen der min.- und max.-Markierung liegen. Liegt der Bremsflüssigkeitsstand wesentlich unter der min.-Mar-kierung, deutet dies auf einen Defekt in der Bremsanlage hin. Bremsanlage in der Werkstatt überprüfen lassen. Die Bremsbelagkontrolle sollte auch von einer Fachwerkstatt durchgeführt werden. Solche Bagatellschäden sind vermeidbar, wenn das Auto vor der Urlaubsreise einer gründlichen Inspektion unterzogen wird – in der Kfz-Werkstatt oder in der eigenen Garage. Da das Auto gerade während des Urlaubstrips sehr beansprucht wird, sollten in jedem Fall das Ventilspiel überprüft, die Unterbrecherkontakte ausgewechselt und die Zündung eingestellt werden. Wer nicht über die nötige Arbeitspraxis verfügt, sollte diese Arbeiten in einer Werkstatt durchführen lassen, viele andere Wartungspunkte lassen sich in eigener Regie durchführen.

Kühlflüssigkeit: Bei Fahrzeugen mit Ausgleichbehälter soll der Wasserstand zwischen der min – und max.-Markierung liegen. Bei einfacher Kühlerausführung zeigt eine Blechzunge im Kühler den richtigen Füllstand an. Nach Möglichkeit eine Mixtur aus Wasser und Gefrierschutzmittel nachfüllen, damit im Winter der Gefrierschutz erhalten bleibt. Außerdem enthält das Gefrierschutzmittel einen Korrosionsschutz für den Kühler.

Batterie: Die Flüssigkeit soll etwa fünf Millimeter über den Plätten in der Batterie stehen. Ist eine Säurestandsmarke außen auf der Batterie angebracht, richtet man sich nach der Markierung. Grundsätzlich nur destilliertes Wasser nachfüllen, das es in Apotheken oder Tankstellen zu kaufen gibt.

Ölkontrolle: Der Ölstand soll zwischen der min-und max.-Markierung liegen. Nicht zuviel Öl nachfüllen, das ist schädlich für den Motor. Falls der Ölwechsel in den Urlaub fällt, sicherheitshalber Ölwechsel vor den Ferien machen lassen.

Unterbrebherkontakt: Zündverteilerkappe abnehmen und mit Schraubendreher Unterbrecherkontakt vorsichtig abheben. Sind Abbrandstellen auf den Kontaktflächen sichtbar, Kontakte erneuern. Anschließend Zündzeitpunkt einstellen lassen.

Zündkerzen: Zündkerzen herausschrauben und überprüfen. Bei stark abgebrannten Elektroden oder starken Ablagerungen alle Zündkerzen erneuern. Darauf achten, daß der richtige Zündkerzentyp (steht in der Betriebsanleitung) verwendet wird.

Luftfilter: Luftfilterdeckel abnehmen, Filtereinsatz herausnehmen. Filtergehäuse mit sauberem Tuch auswischen. Filtereinsatz ausklopfen oder entsprechend der Wartungsvorschrift erneuern.

Scheibenwischer: Ausgefranste Scheibenwischergummis erneuern. In Fachwerkstätten und im Zubehörhandel sind einzelne Wischergummis erhältlich. Sie sind preiswerter als komplette Wischerblätter.

Scharniere: Alle Schlösser, die mit einem Schlüssel geöffnet werden können, nur mit Graphitpulver schmieren, denn Öl verklebt die Schlösser. Haubenscharniere und Haubenschlösser mit wenigen Tropfen Öl schmieren.

Reifenfülidruck: Je exakter der Reifendruck eingehalten wird, desto geringer ist der Rollwiderstand und desto geringer der Reifenverschleiß beziehungsweise der Kraftstoffverbrauch. In der Betriebsanleitung steht, welcher Reifenfülldruck bei vollgepacktem Urlaubsauto erforderlich ist.

Reifenprofil: Die Mindestprofiltiefe beträgt in der Bundesrepublik ein Millimeter, in einigen Reiseländern zwei Millimeter. Die Profiltiefe wird auf der gesamten Lauffläche gemessen. Das Reserverad nicht vergessen.

Keilriemen: Zustand des Keilriemens prüfen. Er darf nicht an den Kanten ausgefranst sein und muß stramm aufliegen. Die Durchbiegung durch Druck mit dem Daumen prüfen. Gegebenenfalls Keilriemen entspannen.

Damit im Bedarfsfall unterwegs kleinere Reparaturen selbst durchgeführt werden können, empfiehlt es sich, das Bordwerkzeug zu kontrollieren und gegebenenfalls aufzufüllen. Folgende Werkzeuge sollten in jedem Fall mitgeführt werden: Radmuttern- und Zündkerzenschlüssel, Rohr- und Kombizange, drei Schraubendreher und einen Satz Maulschlüssel. Und wer ein Reparaturbuch für sein Fahrzeug besitzt, sollte dies ruhig mit auf die Fahrt nehmen. An Ersatzteilen sollten allenfalls ein Keilriemen, Glühlampen, Isolierband und vielleicht noch ein Gaszug eingepackt werden, denn meistens geht das kaputt, was ohnehin nicht an Bord ist. Vor Antritt der Urlaubsreise sollte schließlich auch noch das Sicherheitszubehör überprüft werden. An Bord sein müssen ein kompletter Verbandkasten, Warndreieck, Abschleppseil, Reservekanister und vielleicht noch ein Startkabel.

HANS-RÜDIGER ETZOLD