Wie man das Auto für den Winter vorbereitet

Autor Rüdiger Etzold
Veröffentlichungsdatum 1979
Veröffentlicht in Zeitungsartikel
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Die Leistung der Batterie ist stark von der Temperatur abhängig. Bei -15° C sinkt die Kapazität beispielsweise um 50 Prozent des Wertes ab, den die Batterie bei +20° C hat. Da die Batterie im Winter Schwerstarbeit verrichten muß, sollten folgende Punkte beachtet werden: Die Polköpfe müssen metallisch blank sein und müssen gegen Korrosion mit einem Fettüberzug geschützt werden. Der Flüssigkeitsspiegel in der Batterie sollte etwa 10 Millimeter über den Separatoren liegend Grundsätzlich nur destilliertes Wasser nachfüllen. Ob eine Batterie schon die Altersgrenze erreicht hat und gegen eine neue ausgetauscht werden muß, kann von einer Fachwerkstatt überprüft werden.

Das kalte Kraftstoff-Luftgemisch kann nur dann schnell gezündet werden, wenn ein guter Zündfunke vorhanden ist. Abgenutzte, verölte oder mit falschem Elektrodenabstand versehene Kerzen zünden nicht richtig. Der Elektrodenabstand soll zwischen 0,6 und 0,7 mm betragen. Wer die Zündkerzen im Kaufhaus kauft und selber reinschraubt, spart rund 20 Mark. Beim Kauf der Zündkerzen auf richtigen Wärmewert achten, der in der Betriebsanleitung angegeben ist. Das Kühlmittel sollte vor dem strengen Frost von einer Fachwerkstatt oder einer Tankstelle „ausgespindelt“ werden, um festzustellen, ob der Gefrierschutz noch ausreichend ist. Bei unzureichendem Gefrierschutz kann der Motorblock platzen. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt sich deshalb ein Gefrierschutz bis -25° C.

Bei Schnee, Eis und Regen ist ein gut profilierter Reifen immer von Vorteil. Die Rechtsprechung verlangt eine Profiltiefe von mindestens 1 mm. Wer sicher durch den Winter will, sollte mindestens 3 mm Profiltiefe bei seinen Sommerreifen haben. Damit der Motor einwandfrei und ohne zu ruckein in der Warmlaufphase läuft, benötigt er während der kalten Jahreszeit vorgewärmte Ansaugluft. Bei manchen Fahrzeugen wird die Ansaugluft automatisch geregelt, vor allem bei den älteren ist es meistens erforderlich, einen Schlauch umzustek-ken oder einen Schieber zu betätigen. Die Betriebsanleitung für das betreffende Fahrzeug gibt exakt darüber Auskunft, was zu tun ist.

Zustand und Abstand des Unterbrecherkontaktes sind mit dafür verantwortlich, ob der Motor einwandfrei startet. Unterbreöherkontakte kosten um die 5 Mark. Wer den Einbau nicht selbst vornehmen kann, muß mit Einbaukosten von rund 10 Mark rechnen. Normale Glühlampen (nicht Halogen) unterliegen einem natürlichen Verschleiß. Die verdampfte Substanz sammelt sich auf dem Glaskolben, schwärzt diesen und sorgt so für eine schlechte Lichtausbeute. Geschwärzte Glühlampen sollte man deshalb sofort auswechseln. Beim Auswechseln nicht den Glaskolben anfassen.

Im Winter braucht der Motor dünnflüssiges Öl, sonst schafft der Anlasser es nicht, den Motor zum Starten mit der nötigen Drehzahl zu versehen. Wer Einbereichsöl fährt, sollte jetzt ein 20 W 20 einfüllen. Wer Mehrbereichsöl (zum Beispiel 15 W 50 oder 20 W 40) im Motor hat, braucht das Öl nicht zu wechseln. Mehrbereichsöle sind Ganzjahresöle. Im Winter empfiehlt es sich, bei häufigem Stadtverkehr, den Ölstand öfters zu kontrollieren. Steigt der Ölstand, liegt Ölverdünnung vor. In diesem Fall Öl öfters wechseln oder durch eine scharfe Autobahnfahrt die Benzinanteile im Öl zum Verdampfen bringen.

Schon bei kleinen Verletzungen der Gummilippe säubern die Scheibenwischer nicht mehr einwandfrei die Windschutzscheibe. In den Schlieren bricht sich das Licht der entgegenkommenden Fahrzeuge, so daß die Sicht erschwert wird. Der Austausch von Wischerblättern ist unkompliziert und schnell durchführbar. Wer Geld sparen will, kauft sich in seiner Werkstatt nur die entsprechenden Wischergummis.

Die Spannung des Keilriemens muß stimmen, sonst kommt es vor, daß der Keilriemen durchrutscht und die Lichtmaschine nicht hinreichend antreibt, die wiederum dafür sorgt, daß die Batterie geladen wird. Der Keilriemen soll sich etwa 15 Millimeter durchbiegen, wenn man mit dem Daumen in der Mitte des Keilriemens draufdrückt.

Zündanlagen, die gegen Feuchtigkeit empfindlich sind, können mit einem sogenannten Kontaktspray immunisiert werden. Das Spray wird auf Zündkabel und Zündverteilerkappe gesprüht. Für das vereiste Türschloß gibt es auch entsprechende Sprays oder man erwärmt den Türschlüssel mit dem Feuerzeug. Auf keinen Fall den Schließzylinder mit Öl schmieren, da dieses zum Verkleben des Schließzylinders führen würde.

H.-R. ETZOLD