Wie man in Eigenregie seinen VW Käfer verbessert

Autor Rüdiger Etzold
Veröffentlichungsdatum 2015
Veröffentlicht in Zeitungsartikel
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Skurrile Käfer-Tipps aus den fünfziger Jahren

Extrawürste? Fehlanzeige! VW dachte in den 50er Jahren gar nicht daran, die Fehler des Käfer auszumerzen. Doch die Fahrer halfen sich selbst. „Käfer-Papst“ und FOCUS Online-Experte Rüdiger Etzold hat irre Verbesserungs-Tipps für die Kult-Kugel ausgegraben.

Schluss mit Trümmern, Kohlen-Klau und Jammertal! Vor rund 50 Jahren konnten sich erstmals nach Jahren der Entsagung zahlreiche deutsche Bundesbürger einen langgehegten Wunsch erfüllen: das eigene Auto. Das Modell der Begierde war der VW Käfer, zumal er als zuverlässig galt („autobahnfest“) und klassenlos war. Chef des Volkswagenwerkes war damals Heinrich Nordhoff, der das Werk zu immer neuen Produktionserfolgen führte und eine schlichte Produktionsstrategie verfolgte: Jeder produzierte Käfer sollte sich nach Möglichkeit gleichen wie ein Ei dem anderen. In einem Interview, das Klaus-Peter Heim für die Automobilzeitschrift „Gute Fahrt“ 1957 führte, machte Nordhoff deutlich, was er von zusätzlichen Ausstattungsvarianten hielt:

Heim: „Wir kennen (und begrüßen) die Tendenz des Werkes, nur das notwendige Zubehör einzubauen, also nur das, das für die Betriebssicherheit notwendig ist. Aber andererseits gibt es doch immer wieder viele Kundenwünsche, die (natürlich zum gleichen Preis) mancherlei eingebaut haben wollen. Hauptsächlich wird da immer wieder nach der Benzinuhr gefragt, und neuerdings auch nach dem Scheibenwäscher. Ist da von Ihnen vielleicht doch eine Meinungswandlung zu erwarten?“

Nordhoff: „Nein!“

Heim:  „Auch nicht in punkto Scheibenwäscher?

Nordhoff: „Der Scheibenwäscher ist eine hübsche und sehr nützliche Einrichtung, die ich an meinem Wagen nicht missen möchte; aber man muss ja doch irgendwie eine Grenze ziehen für das, was man bei einem Wagen unserer Preisklasse nun wirklich mitliefern muss. Ich meine, sonst kommt man vom Hundertsten ins Tausendste, dann gibt es überhaupt keine Grenze mehr. Ich wüsste eigentlich nichts, was man sich anschaffen kann, ohne nicht noch die Möglichkeit zu haben, es durch irgendwelche hübsche oder nützliche Zusatzeinrichtungen noch zu vervollkommnen – warum soll das nicht beim Automobil genauso sein? Wie Sie wissen: die Amerikaner haben zeitweilig nicht mal ein Reserverad mitgeliefert, und nicht mal ’ne Hupe!

Also das, was man wirklich braucht, liefern wir. Wir behalten zum Beispiel die Methode bei einen zweiten Ventilatorriemen mitzuliefern, obwohl unser Ventilatorriemen jetzt im Durchschnitt 70.000 km aushält und es praktisch keinen Defekt mehr gibt. Wir tun es trotzdem: nämlich was zur Sicherheit notwendig ist, das soll auch da sein. Was darüber hinausgeht – das soll jeder selber tun.

Heim: „Die Benzinuhr, die halten Sie auch zu jenen Dingen, die darüber hinausgehen?“

Nordhoff: „Ja. Es ist zum Beispiel interessant, jetzt in amerikanischen Fachzeitschriften zu lesen, dass sie der amerikanischen Industrie die Anordnung mit dem Reserveschalter empfehlen!“

Heim: „Die wir im Volkswagen haben?

Nordhoff: „Ja. Das ist die Patentlösung. Was nutzt Ihnen die Uhr, die nie präzise zeigt? Aber hier weiß man mit Sicherheit: wenn der Warnpunkt kommt, dann reicht es noch für 60 oder 70 Kilometer.

Heim: „Und so ein Reservehahn ist billig dazu.

Nordhoff:  „Billig und zuverlässig und ganz, ganz sicher.

 

Etzold hat unter anderem eine vierbändige Reihe über die Historie des Käfers geschrieben.

Etzold hat unter anderem eine vierbändige Reihe über die Historie des Käfers geschrieben.

Die Käfer-Fahrer waren schon damals anderer Meinung und griffen zur Selbsthilfe. Ihre Tipps, wie man seinen Käfer verfeinern konnte, wurden unter anderem in der Automobilzeitschrift „Gute Fahrt“ veröffentlicht. Heute, gut 50 Jahre später, könnte man meinen, einige der Selbsthilfe-Tipps wären einer Satire-Zeitung entnommen. Hier eine kleine Auswahl:


Mit dem Ochsenhaken auf „Reserve“ schalten


Nachdem mich beim Stottern des Motors blitzschnell der Gedanke durchzuckte: ,,Umschalten auf Reserve“ und nachdem verschiedene Versuche, den Benzinhahn blind umzubiegen, gescheitert waren, musste ich ohne Rücksicht auf Verluste unter die Spritzwand tauchen und den Hahn mit der Hand auf Reserve stellen. Beim Wiederauftauchen befand ich mich mitten auf einer Kreuzung und der Motor war natürlich längst abgestorben. Da ich solche Situationen nicht gerade besonders gern habe, beschloss ich, eine Benzin Hahn-Verlängerung zubauen. Von einem 60 cm langen Draht mit einem Durchmesser von 5 mm schnitt ich ein 12 cm langes Stück ab und bog daraus einen Ochsenhaken. Den Rest des Drahtes (48 cm) bog ich an dem einen Ende zu einem Handgriff um, das andere Ende wurde zu einer weiteren Öse gebogen, die in den Ochsenhaken eingreift. Die Montage ist denkbar einfach. Der gerade Schenkel des Ochsenhakens wird in den hohlen Kraftstoffhahn gesteckt, die Stange wird unmittelbar hinter dem Handgriff drehbar gelagert, beispielsweise mit einer Rohrschelle. (Walter Geiersbach, Düsseldorf)

Benzinuhren sind nicht billig, der Messstab ist umständlich. Deshalb befestigte ich einen Ölwechselmesser Öllux mit seinem Spannband links der Lenksäule unterm Lenkrad. Benzintank gefüllt bis an die Halskrause – Tachostand festgestellt – die drei ersten Zahlen links unter dem Öllux-Fenster um 450 km weiter vorgestellt als der Tacho zeigt. Nun weiß ich jederzeit durch einen vergleichenden Blick auf Tacho und Öllux, wie viele Kilometer ich noch bis zum nächsten fälligen Tanken fahren kann. (Hans Skibbe, Nessendorf)

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Fluppen-Spender selbstgemacht


Damit ich die Zigaretten am Armaturenbrett immer griffbereit habe, knickte ich ein 19 cm breites und 6 cm hohes Pappstück an beiden Enden je 4 cm vom Ende um, nachdem man mit dem Messer leicht vorgeritzt hat. Das Papp-Mittelstück wird nun so weit gebogen, dass die umgeknickten Enden zusammenstoßen. Sie werden mit Tesafilm zusammengeklebt. Nachdem man einen passenden Boden dazu geschnitten hat, wird das Ganze mit Kunstleder oder selbstklebender Folie bezogen. In die rechte Ecke wird ein kleines niedriges Blechröhrchen eingeklebt, das die Streichhölzer aufnehmen soll. Die Reibfläche einer Streichholzschachtel wird an die Außenseite des Behälters geklebt. Die Befestigung am Armaturenbrett geschieht ebenfalls mit Klebstoff. (Günter Schmidt, Steinbach)


„Meinen Knopf schnitz ich mir selber“


Beim 53er VW liegen der Zugknopf für Licht und Scheibenwischer nebeneinander hinzu kommt der Knopf fürs Radio zum Suchen der Stationen. Nun muss man bei Dunkelheit und schmutziger Straße den Scheibenwischer öfters ein- und ausschalten, besonders wenn man überholt wird oder dies selbst tut. So kam es, dass ich manchmal statt des Wischers den Knopf für meine Scheinwerfer erwischt habe und somit das Licht ausschaltete, was ja mit Gefahr verbunden ist. Deshalb kam ich auf den Gedanken, mir auf diesen Knopf mit Alleskleber einen weiteren Knopf aufzukleben (den ich geschnitzt habe). So fühle ich, ob ich den richtigen Knopf habe oder nicht. (Franz Kaspar, Rotenburg)

Bei scharfer Fahrt drang in meinen Wagen an verschiedenen Stellen der Türrahmen Zugluft ein, die sich als rheumaähnlicher Kältereiz unangenehm bemerkbar macht. Ich habe zur besseren Abdichtung der Türen ein Schaumgummiband auf die senkrechten Flächen des Türrahmens aufgeklebt; bester Erfolg. Das Schaumgummiband ist 1 cm breit und kann von jedem Bauschreiner bezogen werden, der das gleiche Material zur Abdichtung von Fenstern und Türen verwendet. Bedarf für beide Wagentüren etwa 1 m. Mit Kaltleim lässt sich das Gummiband haltbar auf den Lack des Türrahmens aufkleben. Die Kosten sind gering. (F. Sand, Breitenthal)

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BlueMotion mit dem Besenstiel


Bekanntlich ist das Fahren im Bereich zwei Drittel bis Vollgas unwirtschaftlich. Ich bastelte mir deshalb eine Vorrichtung, mit der ich genauer dosieren kann. Man schneide ein Stück Blech und biege es über den Rahmentunnel. Mit zwei Holzschrauben wird das Stück eines Besenstiels auf dem Blech befestigt und auf dieses vorn in einen Gummipuffer geschraubt. Mit der Länge des Besenstielstückes lässt sich der Gasbereich einstellen. Die ganze Einrichtung wird über den Rahmentunnel gestülpt, so dass sie von vorn an der senkrechten Wand fest anliegt. Will man nun wirtschaftlich fahren, tritt man den Gashebel nur so weit runter, bis man unter der Sohle den Gummipuffer spürt. Will man Vollgas geben, lässt man den Fuß links am Gummipuffer vorbei gleiten. Meine Erfahrungen damit: Verbrauchsminderung 1/2 bis 3/4 Liter pro 100 km. Außerdem hat man bei längeren Autobahnfahrten einen angenehmen Festpunkt unter dem Fuß, so dass der Fuß nicht so schnell ermüdet. (U. Sandvoss, Hamburg)

Man kann auch bei den neueren VW-Modellen ohne Hilfe einer zweiten Person feststellen, ob die Bremslichter in Ordnung sind. Eine Latte wird so zugesägt, dass sie bei durchgetretenem Bremspedal von diesem bis zum senkrechten Tragrohr des Fahrersitzes reicht (genau und knapp abmessen). An dem einen Lattenende wird eine Kerbe für den Bremsfußhebel angebracht. Das leicht abgeschrägte andere Lattenende wird zur Vermeidung des Abrutschens mit Gummi oder Leder überzogen. Will ich nun das Bremslicht prüfen, lege ich die Latte mit der Kerbe an den Fußhebel und verklemme das andere Lattenende am Tragrohr des Sitzes. (G. Schramm, Rugendorf)

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Das Umschalten auf Reserve ist für den Besitzer eines Ablagefaches unter dem Armaturenbrett etwas kompliziert. Es geht bequem nach folgendem Rezept: Eine Rundeisenstange von 6 mm Durchmesser und 42 cm Länge wird zweimal rechtwinklig abgebogen. Einmal 4 cm lang – dieses Ende kommt in den Hebel des Reservehahnes eingesteckt. Am anderen Ende um 90 Grad nach rechts verdreht werden etwa 8 cm umgebogen. Dann wird das kurze Ende in den Hebel des Reservehahns eingesteckt, das lange Ende liegt parallel am vorderen Rand des Ablagebrettes. Mit einer Schlaufe aus Gummi oder Draht wird die Stange am Ablagefach befestigt. (Dr. A. Thomsen, Großenwiehe)


Kampf gegen die Sprit-Diebe


Um zu verhindern, dass aus dem Tank Benzin abgezapft wird, bog ich einen dünnen Metallstab oben etwa 4 cm im rechten Winkel nach links und unten ebenso nach rechts. Bleibt der Wagen nun nachts im Freien, stelle ich den Benzinhahn auf zu, stecke das eine Ende des Stabes in den Benzinhahn und klemme das andere Ende unter dem Steuerrad an der Verkleidung fest. (R. Mayer, Ergenzingen)

Ich ärgerte mich jedes Mal, wenn ich mein Antibeschlagtuch aus dem Handschuhkasten während der Fahrt herauspulen musste. Abhilfe: Ich lege es zusammengefaltet auf den Knopf zum Öffnen der Vorderhaube! Sitzt prima fest und ist sofort griffbereit. (Gunter Elfering, Epe)

Ich ärgerte mich jedes Mal, wenn ich mein Antibeschlagtuch vor oder während der Fahrt aus dem Handschuhkasten ziehen musste. Deshalb habe ich es einfach zwischen Sonnenblende und Dach geklemmt. (Dr. Albert Keinath, Frankfurt)

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Ersatzlampen in der Zigarettenschachtel


Eine einfache und billige Lösung zur Ersatzlampenfrage. Benötigt wird ein Blechbehälter einer 50er Packung Reemtsma ,,Gelbe Sorte“ und etwas Watte oder Schaumgummi zum Polster der Biluxbirne. Eine Biluxbirne in der Originalverpackung passt genau in Länge und Höhe hinein. Man kann alle Lampen in der Originalverpackung lassen und nur die Höhenunterschiede durch Ankleben einer oder mehrerer Schichten Wellpappe ausgleichen. Bastler schneiden sich ein passendes Stück Schaumgummi mit entsprechenden Vertiefungen zu. Ein im Deckel angeklebtes Stück Schaumgummi verhindert das Anschlagen. (Fritz Stock, Dormslod-Eberstadt)


Bitte tanken! Warnlampe Marke Eigenbau


Um das Tanken nach dem Umschalten auf Reserve nicht zu vergessen, schalte ich sofort die Winker-Kontrolllampe ein, und zwar über einen einpoligen Schalter für DM 1,25, der bei meinem Wagen an der üblichen Stelle des Zündschlosses sitzt (mein Zündschlüssel ist am Lenkschloss) und in seinem Aussehen nicht von den übrigen Bedienungsknöpfen zu unterscheiden ist. (Dr. C. Dolling, Hannover)

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Winker rein! Das Head-Up-Display der 50er


Ich ärgerte mich darüber, dass nicht nur andere, sondern mitunter auch ich oder meine Frau den Winker draußen ließen. Ein Spiegel schuf Abhilfe: Wenn man einen Spiegel an der Lenksäule anbringt, sieht man ein virtuelles Bild der Winkeranzeige außerhalb der Windschutzscheibe. Es entsteht durch die Reflektion an der Windschutzscheibe. Und dieser rote Fleck stört einen so, dass man den vergessenen Winker rein nimmt. Ich habe den Spiegel in einen gebogenen Blechstreifen geklemmt und das eine Ende des Blechstreifens mit zwei Schrauben am Gehäuse des Winkerschalters befestigt. (Hans Bürde, München)

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Einer geht noch: Kerben im Ölmessstab


Die Verwendung dünnflüssiger Ölsorten macht es nicht immer leicht, den Ölstand eindeutig am Ölmessstab abzulesen, zumal dann nicht, wenn das Öl nach längerem Lauf des Motors noch dünnflüssiger wird und am Messstab gleich abfließt. Ich habe mir auf folgende Weise geholfen: In den Messstab habe ich in Abständen von 2 mm Querkerben eingefeilt. In diesen Rillen bleibt das Öl haften, und der Ölstand lässt sich zuverlässig ablesen. (Ernst Mindt, Stuttgart-Zuffenhausen)


Wenn Vati friert: Lenkradheizung selbst gehäkelt


Da sich mein Mann im Winter beim Einsteigen in seinen Wagen immer über das kalte Lenkrad ärgerte, habe ich ihm einen Lenkradüberzug angefertigt. Ich häkelte mit festen Maschen aus 135 Gramm Sportwolle einen etwa 6 cm breiten Streifen in der Länge des Lenkradumfangs. Den fertigen Streifen legte ich um das Lenkrad und nähte ihn innen mit der gleichen Wolle zusammen. Das Lenkrad hat jetzt einen schönen molligen, griffigen Überzug. Für 1,00 DM ein praktisches Weihnachtsgeschenk für den an den Fingern frierenden Vati. (Charlotte Dreßler aus Reutlingen)


Der Wischer-Trick im Winter


Wer bei Schneetreiben nicht alle paar Kilometer aus dem Wagen klettern möchte, um den Schnee unter den Wischern wegzuräumen, lässt einfach den rechten Wischer hoch geschwenkt, so dass er keinen Schnee mehr wegräumen kann! Dann dauert es gut doppelt so lange, bis sich wieder zu viel Schnee zwischen den Wischerdrehpunkten angesammelt hat, und man wieder einmal aussteigen muss. Natürlich muss man sich vorher das Einverständnis des Beifahrers geben lassen, denn er sieht ja jetzt nichts mehr. (Siegfried Rütthard aus M.-Gladbach)

Um nach dem Umschalten auf Reserve jederzeit wieder feststellen zu können, bei welchem Kilometerstand ich umschaltete, klebe ich sofort nach dem Umschalten einen der selbsthaftenden Buchstaben, wie man sie bei Schaufenstern für Reklameschriften verwendet, auf die entsprechende Zahl des Tachometers: also bei Umschalten beispielsweise bei km-Stand 19.120, klebe ich den Buchstaben auf die Zahl 20 des Geschwindigkeitsmessers. Nach dem Tanken wird der Buchstabe griffbereit irgendwo anders angeklebt. Da die Buchstaben auf jeder glatten Fläche haften, braucht man keinen Klebstoff. (W. E. Schweizer,   Kilchberg/Zürich)

Zum Wohle der Radkappen bei hohen Bordsteinen habe ich mir vorn einen Warntaster verschrieben. Mit dem ,,Arbeitsgeräusch“ dieses an sich sehr zweckmäßigen Gerätes konnte ich mich jedoch nicht abfinden. Ich nahm darum einen harten Radiergummi (Farbe passend zum Wagen), drückte mit einem Schraubenzieher ein Loch längs durch, zwickte den Kopf des Tasters ab, führte den Draht durch den Radiergummi und versenkte sein Ende durch Umbiegen im Gummi. Jetzt ,,schnurrt‘ der Taster nur noch vornehm. (Günter Rowolle, Berlin-Wilmersdorf)

Da mir beim Wagenwaschen kein Wasserschlauch zur Verfügung steht, nehme ich eine alte Luftdruckspritze. Zum Waschen unter fließendem Wasser ist es dann allerdings besser, wenn eine zweite Person die Spritze mit leichten, kurzen Stößen betätigt und man selbst das Schlauchende mit Schwamm oder Bürste herumführen und dauernd spülen kann. (PauI Urban, Feuerbach)

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Wir basteln uns eine Heckscheibenheizung


Ich baute eine Heckscheiben-Heizung, die ihre Luft aus einer der beiden Heizbirnen (unter den Hintersitzen) bezieht. In diese Birne wird ein Loch gebohrt in das ein passender Rohrstutzen gesteckt wird der mit einem angelöteten Flansch an der Heizbirne sitzt. Auf das Rohrende kommt ein Gummischlauch, der zu einer selbstgebauten Düse am Heckfenster führt. Diese besteht aus 1 mm-Messingblech, Form und Maße gehen aus der Zeichnung hervor. Auf die fertige Düse (A) lötet man eine Holzschraube (C), die dann in einen Gummisauger (B) gedreht wird. Dieser Sauger hält die Düse zuverlässig am Heckfenster fest. (H. Beth, Augsburg)


Klopapier macht Türen leiser


Bei meinem VW klapperten vom ersten Tag an die Türen. Nachstellen, Vibrationspolster und böse Worte gegen meine Werkstatt halfen nichts, kosteten dagegen bis heute rund 60 DM. Am Ende meiner Geduld angelangt half ich mir mit einem ganz einfachen Mittel: Gummidichtung an der Tür herausziehen. In den Schlitz eine Lage weiches Toilettenpapier einlegen, Gummidichtung wieder einpassen. Die Gummidichtung kommt auf diese Weise etwa 1 cm weiter nach vorn, gibt der Tür mehr Spannung, und das Klappern ist endgültig verschwunden. Anstelle von Toilettenpapier kann man natürlich auch Watte oder Tesamoll unterlegen. (Siefried Röhring, Frankfurt a. M.)

Bei langem Fahren kriegt man leicht Sodbrennen in den Knien, besonders beim rechten Gas-Bein! Abhilfe: man nehme ein ausgedientes, einseitiges Nummernschild, klopfe den gebördelten Rand glatt und schraube ein etwa 35 cm langes Sperrholzbrettchen gleicher Breite dran. Dann beklebe man das Nummernschild auf beiden Seiten mit Schaumgummi und biege es dann in sanftem Bogen um, so dass die Sperrholzfortsetzung in ungefähr rechtem Winkel bis zum Boden reicht. Erfolg: Das Gas-Bein wird bis zur Kniekehle unterstützt und die Ermüdung ist weg! (Eberhard Tusch, Hamburg-Langenhorn)

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Beulenkur rustikal: Smart Repair anno 1955


Falls Ihre Stosstange eine Beule bekommen hat fahren Sie mit dem Wagen so an einen Bordstein heran, dass die Stelle mit der Beule in der Stoßstange genau darüber liegt. Nehmen Sie eine starke Latte, klemmen Sie noch einen geeigneten Holzklotz zwischen Latte und Stoßstange und ziehen Sie die Latte kräftig nach hinten, wobei ihr unteres Ende an der Bordsteinkante eingehakt wird. Ein kräftiger „Ruck“ und die Beule ist raus. (H. Steeck, Hannover)

So weit es die Beleuchtung nach vorne betrifft, habe ich eine sehr bequeme Kontrollmethode gefunden: beim Halt hinter einem anderen Personenwagen (an einer Ampel zum Beispiel) sehe ich das Spiegelbild meiner Scheinwerfer in dessen Karosserie oder in der Stoßstange. Da schalte ich kurz auf Stand-, Abblend- und Fernlicht und sehe auf einen Blick, ob meine Lichter nach vorn noch in Ordnung sind. (K. Ritter, Ochtersheim)


Stirb, du Nager: Der Käfer als Wühlmaus-Killer


Die Freude an meinem Garten wird leider durch zahlreiche Wühlmäuse erheblich gemindert. Aber da bot sich mein VW als kostenloser Giftgas-Verteiler an: ein Auspuffrohr wird mit einem Korken verschlossen, über das zweite Rohr kommt der Gartenschlauch. Das andere Ende dieses Schlauches wird in ein Wühlmausloch gesteckt und mit Gartenerde abgedichtet. Dann lässt man den Motor laufen. Auch Wühlmäusen bekommt Kohlenoxyd in größeren Mengen nicht gut! (O. Kulimann, Westerstede)

 

Art 8 B 12Vor gut 50 Jahren, 1960, vollzog sich unter dem Käfer-Kleid eine technische Revolution: Die Motorleistung wurde von 30 auf 34 PS angehoben. Und nicht nur das: Eine Blinkanlage ersetzte die ausklappbaren Winker. Zudem wurde die Serienausstattung des Standard-Käfers aufgewertet. Das preiswerteste Käfer-Modell erhielt serienmäßig eine mit Druckluft betriebene Scheibenwaschanlage.

Rüdiger Etzold