Windspiel

Autor Rüdiger Etzold
Veröffentlichungsdatum 1973
Veröffentlicht in Gute Fahrt
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Mit dem neuen Passat ist das VW-Programm um ein attraktives Modell bereichert worden. Der frontgetriebene VW erweist sich im Fährbetrieb als muntere, fahrsichere Mittelklasse-Limousine, die in der preiswertesten Ausführung, mit 1,3-Liter-Motor und 55 PS, ab 8495 DM zu haben ist. Die GUTE FAHRT hat den 55-PS-Passat eingehend geprüft und berichtet ausführlich über Ausstattung, Benzinverbrauch und Fahrleistungen.

Aufgrund der ständig steigenden Lebenshaltungskosten und der immer geringer werdenden Kaufkraft der DM geht der Trend beim Autokauf immer stärker in Richtung jener Autos, die sich im Verhältnis zu ihrer Größe recht wirtschaftlich unterhalten lassen. Zu diesen Kompaktcars, die auf modische Extravaganzen verzichten und rein funktionell ausgerichtet sind, zählt der neue VW Passat. im Vergleich zum Käfer, der vor rund dreißig Jahren richtungweisend war, mißt der Passat von Stoßstange zu Stoßstange mit 4,19 Meter nur 7 Zentimeter mehr. In der Fahrzeugbreite sind es gar nur 1 Zentimeter, und in der Höhe ist der neue VW sogar 14 Zentimeter niedriger. Damit wird das Konzept neuzeitlicher Autokonstruktion deutlich: Bei verhältnismäßig großem Radstand (2,47 Meter, Käfer 2,40 Meter) und geringer Fahrzeughöhe schaffen kurze Karosserieüberhänge eine nach dem Goldenen Schnitt ausgewogene Karosserie, die durch große Fensterflächen und eine betont niedrige Taille größer und gestreckter wirkt, als sie es nach dem Zentimetermaß tatsächlich ist. Unterstrichen wird die gestreckte Linienführung durch eine an der breitesten Stelle der Fahrzeugkarosserie angebrachte Zierleiste, deren integriertes Gummiprofil Karosserieschäden durch Aufschlagen fremder Fahrzeugtüren wirkungsvoll unterbindet. Allerdings kommen nur L-Passat-Käufer in den Genuß dieser Zierleiste. Die unterhalb der Fenster und im letzten Drittel des Wagens verlaufenden Blechsicken geben der Karosserie die nötige Steifigkeit und heben das markante Passat-Profil hervor. 1973-7_Windspiel 2 Wobei jedoch auffällt, daß die Stoßstangen nicht in gleicher Höhe sitzen und die vordere Stoßstange der Sickenführung nicht folgt, überhaupt scheinen bei den Stoßstangen schon die ersten Änderungen ins Haus zu stehen, wenn die amerikanische Vorschrift in Kraft tritt, die verlangt, daß bei einem Aufprall von rund 15 km/h keine für die Fahrsicherheit nötigen Teile deformiert werden dürfen. Darunter fallen auch die in der Stoßstange untergebrachten Blinker, deren Funktion vom Fahrer nicht so recht wahrgenommen werden kann, weil die Kontrollampe zu schwach ist und das von anderen Blinkern her bekannte Klicken nicht hörbar wird. Während die Sicht nach vorn durch die flach abfallende Haube und die schmalen Windlaufpfosten nicht getrübt wird, erweist sich das sportliche Schrägheck in diesem Punkt als weniger erfreulich, denn bei einem Blick zurück ist das Ende der Karosserie nicht auszumachen.

Das Passat-Schrägheck, dessen große Rückblickscheibe mit einer Zierleisten-Regenrinne (L-Ausstattung) versehen ist, die das ablaufende Regenwasser von der Scheibe fernhalten soll, ist formal gut geglückt und paßt sich harmonisch dem sportlichen Finish dieses Wagens an. Die von vielen erwartete große Heckklappe gibt es allerdings nicht, denn wegen der notwendigen Aufprallfestigkeit ließ sie sich bei der Limousine nicht verwirklichen. So muß das Gepäck durch eine verhältnismäßig schmale Luke in den großen Kofferraum verfrachtet werden. Im Vergleich zum 1303 Käfer, der bei zwei Kofferräumen ein Volumen von 395 Litern hat, sind es beim Passat 500 Liter. Mit anderen Worten: Das Urlaubsgepäck einer ausgewachsenen vierköpfigen Familie paßt in den Passat-Kofferraum, wenn man es nicht gerade in Überseekoffer verstaut hat. öffnen läßt sich der Kofferdeckel mit einem Schlüssel und in der L-Ausführung durch einen Knebelverschluß, der natürlich viel praktischer ist, weil der Schlüsselbund nicht zu jedem Öffnen hervorgekramt werden muß.

Unter dem ebenen Boden des Kofferraums schlummert in einer Mulde das Reserverad und daneben der gegen Aufprall geschützte Benzintank, dessen Fassungsvermögen (46 Liter) einen großen Aktionsradius gewährleistet. In den Mulden der Radkästen läßt sich, klapperfrei, der Verbandkasten unterbringen sowie Warndreieck, Werkzeug und Wagenheber. Und wenn auch immer wieder betont wird, man habe beim Passat optimalen Leichtbau erreicht (der Passat ist rund 150 kg leichter als der VW 1600), so hat man ganz gewiß nicht am Blech für die Heck- und Frontklappe gespart. Das läßt sich auch nicht mit den heutigen Sicherheitsforderungen in Einklang bringen, die energieverzehrende Heck- und Frontpartien verlangen. Deshalb sind beide Deckel doppelwandig und mit zusätzlichen Verstärkungsblechen versehen, die das Dröhnen der großen

Innenraum: Funktionelle Gestaltung

Armaturentafel: Funktionell richtig und sehr übersichtlich

Armaturentafel: Funktionell richtig und sehr übersichtlich

Durch die weit öffnenden Türen ist der Einstieg in den nur 1,36 Meter hohen Passat sehr bequem; gegenüber dem VW Käfer oder dem VW 1600 sitzt man in diesem Wagen jedoch eine ganze Etage tiefer. Dennoch sind die Raummaße im Vergleich zum VW 1600 oder den Konkurrenten Opel Ascona, Ford Taunus, Renault 12 oder Fiat 124 größer, beziehungsweise zumindest gleich. Egal, ob es sich um die Beinraumlänge, den Kopfraum oder die Schulterraumbreite handelt. Für VW-Fahrer stellt sich dennoch aufgrund der niedrigen Gesamthöhe ein neues Raumgefühl ein, daß auch durch die tiefergelegte Sitzposition und die nunmehr hängend angeordneten, recht kleinen Pedale offenkundig wird. Auffallend groß ist der Verstellbereich der vorderen Sitze, die sich nach einem ausgeklügelten Verstellsystem in die für jede Körpergröße sinnvollste Position einrichten lassen. Natürlich geht das weite Zurückstellen der Sitze, deren Polsterung mit hautsympathischen Stoffen überzogen ist, immer zu Lasten der Hinterbänkler, die nur dann im Passat hinlänglich Platz finden, wenn die Vordermänner auf halber Strecke mit ihren Sitzen haltmachen. Nun gibt es aber in dieser Autogröße kein Modell, in dem nicht die vordere Sitzposition zu Lasten der hinteren Sitzbank geht. Und wenn nur vier Personen im Passat einsitzen, läßt es sich selbst auf längeren Distanzen gemütlich einrichten. Die vorderen Sitze, wie auch die hintere Sitzbank, hier vor allem die Lehne, sind gegenüber früheren VW-Maßstäben sehr weich gepolstert. Hinzu kommt, daß die Seitenführung für die vorderen Sitze nur recht sparsam ausgeführt ist.

Im Blickwinkel des Fahrers befindet sich die Kommandozentrale, deren Rundinstrumente aus jeder Sitzposition gut ablesbar sind. Doch wenn die L-Ausstattung ausgewählt wurde, ist mit der dann vorhandenen Quarzuhr, die sich durch hohe Genauigkeit auszeichnet, die Instrumentenaufnahme-fähigkeit der Armaturentafel völlig erschöpft. Weitere Instrumente (Drehzahlmesser, Voltmeter usw.) lassen sich nur noch in einer Mitteikonsole unterbringen, wie sie der Passat TS serienmäßig hat. Etwas klein geraten sind gleichfalls die Ablagemöglichkeiten, die sich auf ein schmales Handschuhfach und eine Ablage — links vom Lenkrad — beschränken.

Und wenn grundsätzlich zur L-Ausstattung geraten werden kann, weil sie neben viel Zierat auch einige recht nützliche Ausstattungsdetails aufweist, so ist dies im Fall der Armaturenbrettausstattung weniger sinnvoll. In der Grundausstattung wird nämlich die Armaturentafel rundherum mattschwarz angeboten. In der L-Ausstattung geht es hingegen nobler zu, und deshalb ist die Verkleidung in Holzmaserung (aus Kunststoff) ausgefallen. Wir meinen, die Teak- und Plüsch-Ära ist im Auto längst überwunden und sollte auch über die L-Ausstattung nicht wieder eingeführt werden.

Unter der gesamten Frontscheibenbreite liegt ein Defrosterkanal, dessen Luftstrom mit einem serienmäßig vorhandenen elektrischen Gebläse kraftvoll unterstützt werden kann, so daß für eine beschlagfreie Scheibe auch im Stand alle notwendigen Voraussetzungen geschaffen wurden. Mit zum Standard dieses Modells gehören Seitenscheibendefroster und zusätzliche Frischluftausströmer, deren Windrichtungen über Hebel in jede gewünschte Richtung gelenkt werden können. Und natürlich fehlen im Heck nicht jene Öffnungen, durch die die verbrauchte Wagenluft zugfrei entweichen kann.

Karosserie: Klare Linienführung zeichnet das moderne Passat-Styling aus

Karosserie: Klare Linienführung zeichnet das moderne Passat-Styling aus

Ohne langes Studium der Bedienungsanleitung lassen sich die sinnvoll angeordneten Luftschalter finden; und auch die Heizungsregulierung gelingt ohne fundierte Kenntnisse der Maschinenwissenschaften. Eine Temperaturanzeige in der Armaturentafel gibt ständig Auskunft über die thermischen Motorverhältnisse. Es ist jedoch psychologisch falsch, den Anzeigebereich so zu wählen, daß bei warmer Maschine der Zeiger nur ganz kurz vor dem „Roten Bereich“ zum Stehen kommt. Dadurch hat man immer das beengende Gefühl: Gleich kocht der Motor. Er tut es allerdings nicht, denn eine ständig im Einsatz befindliche Wasserpumpe schaufelt das Wasser durch den Kühler, und ein über Thermoelement zugeschalteter elektrischer Lüfter sorgt im Bedarfsfall für zusätzliche Kühler-Luft.

Der Motor: Modern und sparsam

Unter der großen Fronthaube, die nur über einen Haubenaufsteller offengehalten werden kann, liegt leicht geneigt der wassergekühlte Vierzylinder-Reihenmotor. Obwohl die vielen Strippen im ersten Augenblick kaum etwas vom eigentlichen Motor erkennen lassen, erweist sich der Fronttriebler doch als recht aufgeräumt und servicefreundlich.

Reihenmotor: Leicht zugänglich und besonders servicefreundlich

Reihenmotor: Leicht zugänglich und besonders servicefreundlich

Ganz gleich, ob man nun die Batterie kontrollieren, die Zündkerzen rausschrauben, die Unterbrecherkontakte nachstellen, die Scheinwerferlampen (von innen!) auswechseln oder das Wasser für die Scheibenreinigung nachfüllen will, alle Aggregate lassen sich leicht erreichen. Nur der Fallstromvergaser liegt versteckt unter dem großen Trockenluftfilter, dessen Patrone in Abständen von zwei Jahren oder alle 30000 Kilometer ausgewechselt werden muß.

Der eigentliche Motorblock mit den vier Zylindern und ihrem Wassermantel besteht aus Grauguß. In dem Block ruht die fünffach gelagerte und mit Gegengewichten ausgewuchtete Kurbelwelle, die durch eine Ölwanne aus Stahlblech nach unten abgedeckt wird. Auf den Motorblock ist ein Leichtmetallzylinderkopf aufgeschraubt, der die Ventile und die Nockenwelle aufnimmt. Bei dieser Art der Ventilsteuerung, die Ventile werden über kurze Tassenstößel direkt von der Nockenwelle bedient, spricht man vom OHC-Prinzip (Over Head Camshaft). Der Vorteil dieser Anordnung liegt darin, daß zur Ventilsteuerung nur geringe Massen in Bewegung gesetzt werden müssen, die deshalb hohe Motordrehzahlen erlauben. Und so ist es nicht verwunderlich, daß der 1,3-Liter-Motor, bei einer Verdichtung von 8,5:1 (Normalbenzin), eine Leistung von 55 PS bei 5500 U/min abgibt (VW 1600 / 54 PS bei 4000 U/min).

Daß die Maschine damit leistungsmäßig keineswegs am Ende ist, offenbart die 1,3 Liter 60-PS-Variante, die aufgrund bundesrepublikanischer Versicherungsklassen nur für das Ausland vorgesehen ist. Was allerdings keinen Passat-Fahrer daran hindern muß, sein 1,3-Liter-55-PS-Triebwerk nicht auch auf 60 PS umzurüsten. Man braucht dazu lediglich die Nockenwelle vom 60-PS-Motor, deren Nocken die Ventile weiter aufstoßen und dadurch für eine noch bessere Füllung der Zylinder und eine Mehrleistung von 5 PS sorgen. Günstiger kommt man kaum an eine zehnprozentige Leistungssteigerung.

Obwohl der 1,3-Liter-Motor seine Leistung über die Drehzahl gewinnt, besitzt er eine ausreichende Elastizität, die den leichten Wagen hinreichend schnell beflügelt. Das maximale Drehmoment mit 9,4 mkg liegt zwischen den Werten der 44- bzw. 50-PS-Käfermaschine, doch hat ja der Passat ein geringeres Eigengewicht, so daß er ohne Mühe 100 km/h in 17,8 sec und eine Endgeschwindigkeit von 146 km/h erreicht. Dem drehfreudigen Motor fehlt es allerdings im untersten Drehbereich etwas an Spontaneität, und im heißen Zustand dauert es ein Weilchen, bis die ersten Zündfunken zugeschlagen haben. Ist jedoch die Anfahrphase überwunden, entfaltet der muntere Vierzylinder seine Kraft über den gesamten Drehzahlbereich.

Die etwas nervöse Laufkultur des Triebwerkes im Leerlauf wird von weichen Motoraufhängungen vollkommen geschluckt. Beim scharfen Anfahren kommt es dadurch zu Reaktionen, die den Schalthebel in eigenwillige Bewegungen versetzen, doch sind das nur optische Minuspunkte, die das Fahren und Schalten im Passat nicht beeinträchtigen. Zwar fehlt eine solche Schaltführung, wie man sie beim Käfer gewohnt ist, doch gelingt es ohne Suchaktion, sämtliche Gänge leicht einzulegen.

Im Hinblick auf eine möglichst vollkommene Geräuschabsorbierung ist nur der Weg über weiche Motoraufhängungen möglich. Bis 100 km/h ist es im Passat auch betont ruhig, geht es über diese Tempomarke hinaus, nimmt das sonore Brummen ständig zu. Doch wird auch bei Höchstgeschwindigkeit nur eine Geräuschkulisse erreicht, die die Nerven nicht über Gebühr strapaziert. Wobei sich, je nach Fahrtemperament, ein Benzinverbrauch einstellt, der von schottenhafter Sparsamkeit geprägt ist. Selbst bei forscher Fahrweise steigt der Benzinkonsum nicht über 10,5 Liter auf 100 Kilometer, und im Normalfall begnügt sich der 55-PS-Passat mit rund 9,5 Liter Normalkraftstoff. Dies ist, vor allem auch im Hinblick auf die stetig steigenden Benzinkosten, einer der großen Vorzüge des 55-PS-Passat.

Das Fahren: Sicher und komfortabel

Immer wenn es darum geht, Platz zu sparen, und eine Radführung und -federung zu verwenden, die den heutigen Ansprüchen genügt, greift man zum Federbein, das Stoßdämpfer und Federung auf engstem Raum vereint. So hat auch der Passat vorn Federbeine, die sich oben im Aufbau abstützen und unten durch Dreiecksquerlenker geführt werden. Sie können ihre Aufgabe besser wahrnehmen, als dies zum Beispiel mit den einfachen Querlenkern gelingt, wie sie beim neuen Käferfahrwerk eingesetzt sind.

Kofferraum: Schmale Luke, aber sehr großes Gepäck-Fassungsvermögen

Kofferraum: Schmale Luke, aber sehr großes Gepäck-Fassungsvermögen

An der Hinterachse des Passat wurden (im Gegensatz zum Audi 80) keine Federbeine verwendet, weil sich sonst das Variant-modell nicht hätte verwirklichen lassen. Aus diesem Grund kam hier eine sogenannte Torsionskurbelachse zum Einsatz, die in Längs- und Querrichtung sehr sorgfältig geführt wird und über Schraubenfedern und davor liegenden Stoßdämpfern gegenüber dem Aufbau abgestützt ist. Ein Vorteil dieser Achskonstruktion ist zweifellos das beim Einfedern sturzkonstante Verhalten der Räder, während bei Schlaglöchern das eine Rad spürt, was das andere tut.

Vom Konzept her bietet die Fahrwerkskonstruktion deshalb kein technisches Neuland. Dennoch ist es gelungen, das Fahrwerk so gut und sauber abzustimmen, daß die frontgetriebenen Eigenarten kaum zu spüren sind und dem Fahrer in der Kurve ein vorzügliches Sicherheitsgefühl mitgeteilt wird. Es ist beinahe unglaublich, wie bodenständig der Passat Kurven durcheilt und sich der auftretenden Fliehkraft entgegenstemmt. Auch dann, wenn der Fahrer in der Kurve den Mut verliert und den Gasfuß lupft, behält der Passat seine Richtung bei und verwirrt den Lenker nicht durch plötzliche Änderung seines Eigenlenkverhaltens.

Selbst im Grenzbereich, wenn sich das untersteuernde Fahrzeug zum Übersteurer mausert und ein Beinchen hebt (siehe Titelfoto), läßt es sich leicht einfangen und manövrieren. Dabei hilft die exakte Zahnstangenlenkung, die für einen Fronttriebler ausreichend direkt auf die Räder wirkt. So erweist sich das Fahrwerk dieser Limousine als besonders sportlich und sicher. Zusätzlich bieten die konzeptionellen Vorteile des Frontantriebs ein richtungsstabiles Fahrzeug, das weder durch Seitenwind noch durch andere Störeinflüsse vom sauberen Geradeauslauf abgehalten werden kann. Dennoch wurde die vorzügliche Richtungsstabilität und das gute Kurvenverhalten nicht auf Kosten des Komforts erkauft. Der Passat gehört in seiner Klasse zu den komfortabelsten Modellen, auch wenn er nach Querfugen und größeren Schlaglöchern nicht so ruhig ausschwingt, wie man es zum Beispiel vom K 70 her gewohnt ist.

Ein weiteres Sicherheitsmerkmal dieser handlichen Limousine (Wendekreis 10,3 m) ist neben den Fahreigenschaften zweifellos die Bremse, die vorn mit Scheiben und hinten mit Trommeln den Wagen auch nach harter Beanspruchung ziemlich fadingfrei verzögert. Hier hilft der negative Lenkroll-radius der Vorderräder, der beim Bremsen – auch auf unterschiedlichem Straßenbelag – für ein richtungsstabilisierendes Moment sorgt. Und schließlich muß noch erwähnt werden, daß beim Ausfall eines Bremskreises jeweils ein vorderes und hinteres Rad zum Abbremsen zur Verfügung steht.

Mithin besitzt der Passat, selbst in seiner preisgünstigsten Ausführung, alle wichtigen technischen Vorzüge, die der Sicherheit der Wageninsassen dienen.

Hans-Rüdiger Etzold

 

Technische Daten und Fahrleistungen: VW Passat / 55 PS

Motor: Vierzylinder Reihenmotor, Hubraum 1,296 Liter. Leistung 55 PS bei 5500 U/min. Verdichtung 8,5, Normalbenzin. Maximales Drehmoment 9,4 mkg bei 2500 U/min.

Fahrwerk: Vorn Einzelradaufhängung. Radführung: vorn durch Federbeine und Dreieckslenker, hinten Torsionskurbelachse, Schraubenfedern, Längs- und Querlenker. Stabilisatoren an beiden Achsen. Zweikreisbremsanlage mit Scheibenbremsen an den Vorderrädern, Trommelbremsen an den Hinterrädern, Normal-Diagonalreifen 155-13.

Elektrik: Drehstrom-Generator mit. 35 Amp, Batterie 36 Ah. 12-Volt-System.

Abmessungen: Länge/Breite/Höhe 4190/1600/ 1360 mm. Radstand 2470 mm. Kofferrauminhalt 500 Liter, Tankinhalt 46 Liter. Gewichte: Eigengewicht 860 kg, Zuladung 45) kg, Gesamtgewicht 1310 kg. Zul. Dachlast 50 kg.

Benzinverbrauch: Im Mittel 9,8 Liter/100 km.

Fahrleistungen: Höchstgeschwindigkeit 146 km/h, Beschl. von 0 auf 100 km/h in 17,8 sec.

Versicherung: Haftpflichtversicherung 1 Million pauschal (Gruppe G 2 FS 1) 603 DM. Steuer für ein Jahr 187,20 DM.

Preise: Passat 1,3 I/55 PS, zweitürig, 8495 DM, viertürig, 8870 DM.

Das L-Paket für den VW Passat kostet 500 DM und besteht aus: Breitbandscheinwerfer, Ruhesitze vorn. Zigarrenanzünder, elektrische Zeituhr, Zierrahmen an den Scheiben und an der Karosserie. Bessere Qualität der Sitzbezüge, Teppich-Bodenbelag. Holzmaserung an der Armaturentafel. Ablagekasten abschließbar. Sicherheitsarmlehnen. Beleuchtung für Ablagekasten und Heiz-/Frischluftbedienung. Regelbare Instrumentenbeleuchtung. Leuchtkennzeichnung für Stand-/Scheinwerfer- und Warnlichtschalter. Make-up-Spiegel. Tageskilometerzähler. Verschließbarer Tank.